Welche Blutdruckmanschette passt? Größentabelle und richtiges Messen

Entscheidend ist der Umfang Ihres Oberarms. Die Tabelle bietet eine erste Orientierung, verbindlich ist aber immer der Größenbereich auf der Manschette.

Aktualisiert 3 Min. Lesezeit

Messen Sie zuerst den Umfang Ihres Oberarms. Erst danach lässt sich sagen, welche Manschette passt. Eine zu kleine Manschette kann zu hohe Werte anzeigen, eine zu große zu niedrige. Die auf der Manschette angegebene Größe ist deshalb wichtiger als die Bezeichnung „normal“ oder „groß“ auf der Verpackung.

So messen Sie den Oberarmumfang

Machen Sie den Oberarm frei und lassen Sie ihn locker hängen. Legen Sie ein Maßband um die Mitte des Oberarms, ungefähr auf halber Strecke zwischen Schulter und Ellenbogen. Das Band soll anliegen, aber nicht einschneiden.

Notieren Sie den Umfang in Zentimetern. Vergleichen Sie ihn mit dem Bereich, der auf der Manschette oder in der Anleitung des Blutdruckmessgeräts steht. Die Deutsche Hochdruckliga weist ausdrücklich darauf hin, dass die Manschette zum Oberarmumfang passen muss.

Größentabelle zur Orientierung

Manschettengröße Oberarmumfang
Klein für Erwachsene 22 bis 26 cm
Standard für Erwachsene 27 bis 34 cm
Groß für Erwachsene 35 bis 44 cm
Extragroß 45 bis 52 cm

Diese Bereiche stammen aus dem wissenschaftlichen Statement der American Heart Association und dienen als Beispiel. Hersteller können ihre Manschetten anders einteilen. Wenn Ihr Gerät etwa 22 bis 42 cm angibt, gilt dieser konkrete Bereich und nicht die Zeile der Tabelle.

Auch die Bauform zählt. Das aufblasbare Innenteil muss einen ausreichend großen Teil des Arms umschließen. Deshalb lässt sich eine Manschette nicht allein nach ihrer sichtbaren Stoffbreite beurteilen.

Warum die Größe den Messwert verändert

Eine unpassende Manschette verändert nicht nur den Tragekomfort. Sie kann den Messwert systematisch verschieben. StatPearls beschreibt die Richtung klar: Eine zu kleine Manschette kann fälschlich hohe, eine zu große fälschlich niedrige Werte ergeben.

Das lässt sich später nicht durch einen Durchschnitt korrigieren. Wenn jede Messung mit derselben unpassenden Manschette erfolgt, bleibt der Fehler auch nach einer Woche im Tagebuch. Prüfen Sie die Größe daher vor der ersten Messreihe und erneut, wenn sich Ihr Oberarmumfang deutlich verändert hat.

Wenn Ihr Umfang an einer Grenze liegt

Schauen Sie in die Anleitung des konkreten Geräts. Manche Hersteller bieten überlappende Größen an oder nennen eine Manschette für einen besonders breiten Bereich. Entscheidend ist, dass Ihr gemessener Oberarmumfang vollständig im angegebenen Bereich liegt.

Liegt er außerhalb aller mitgelieferten Bereiche, verwenden Sie die Manschette nicht einfach trotzdem. Fragen Sie beim Hersteller, in der Apotheke oder im Sanitätshaus nach einer passenden Variante.

Manschette richtig anlegen

Legen Sie die Manschette auf der freien Haut an. Der untere Rand sitzt ungefähr zwei Fingerbreit über der Ellenbeuge. Der Arm liegt entspannt auf einer Unterlage, und die Manschette befindet sich auf Herzhöhe. Sie darf weder rutschen noch den Arm unangenehm abschnüren.

Der Patientenleitfaden der Deutschen Hochdruckliga empfiehlt außerdem ein validiertes elektronisches Oberarmmessgerät. Geräte mit geprüftem Messverfahren finden Sie in der aktuellen Prüfsiegel-Liste der Hochdruckliga. Der Artikel Blutdruck zu Hause messen erklärt die vollständige Messroutine.

Notieren Sie im Tagebuch, an welchem Arm und mit welchem Blutdruckmessgerät Sie messen. Die Blutdrucktabelle zum Ausdrucken bietet dafür Platz.

BP Diary übernimmt die Werte Ihres Blutdruckmessgeräts. Fotografieren Sie das Display und prüfen Sie die erkannten Zahlen oder geben Sie die Werte selbst ein. Kamera-Ergebnisse bleiben Schätzwerte. Kalibrieren Sie sie mit Ihrem Blutdruckmessgerät und prüfen Sie wichtige Werte damit nach.

Weiterlesen