Was bedeutet der Puls am Blutdruckmessgerät?
Die dritte Zahl auf dem Display ist die Herzfrequenz. Sie zeigt die Herzschläge pro Minute und gehört neben den Blutdruckwert, nicht an seine Stelle.
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Die Pulsanzeige nennt die Zahl der Herzschläge pro Minute. In BP Diary heißt dieser Wert Herzfrequenz. Er wird zusammen mit dem systolischen und diastolischen Blutdruck gespeichert, ist aber kein dritter Blutdruckwert.
Puls und Blutdruck sind nicht dasselbe
Der Puls entsteht durch die Druckwelle jedes Herzschlags. Der Blutdruck beschreibt dagegen den Druck des Blutes in den Gefäßen. Beide Werte können sich gemeinsam verändern, müssen es aber nicht.
Ein schneller Puls bedeutet deshalb nicht automatisch hohen Blutdruck. Umgekehrt kann ein hoher Blutdruck bei unauffälligem Puls auftreten. Für die Einordnung des Blutdrucks zählen der systolische und der diastolische Wert.
Welcher Ruhepuls ist üblich?
Die Deutsche Herzstiftung nennt für Erwachsene einen Ruhepuls von 60 bis 80 Schlägen pro Minute als üblichen Bereich. Andere Fachquellen, darunter die American Heart Association, verwenden einen breiteren Bereich bis 100. Diese Angaben beschreiben einen Ruhepuls und gelten nicht direkt nach Belastung.
Messen Sie ihn nach mindestens fünf Minuten ruhigem Sitzen. Treppensteigen, Sport, Stress, Schmerzen, Koffein und Hitze können die Herzfrequenz vorübergehend erhöhen. Bei gut trainierten Menschen kann sie in Ruhe niedriger liegen.
Der Patientenleitfaden der Deutschen Hochdruckliga empfiehlt auch für die Blutdruckmessung fünf Minuten Ruhe und zwei Messungen mit kurzem Abstand. Diese gleichbleibende Vorbereitung macht zugleich die Pulsanzeigen besser vergleichbar.
Was bedeuten Werte unter 60 oder über 100?
Eine einzelne Zahl außerhalb dieser Bereiche ist nicht automatisch ein Notfall. Entscheidend ist, ob der Wert für Sie ungewöhnlich ist, wiederholt auftritt oder von Beschwerden begleitet wird. Auch Medikamente können die Herzfrequenz beeinflussen.
Notieren Sie auffällige Werte zusammen mit der Situation. Ein Puls von 105 direkt nach dem Treppensteigen hat einen anderen Kontext als derselbe Wert nach zehn Minuten ruhigem Sitzen.
Wie Sie eine ungewöhnliche Anzeige prüfen
Bleiben Sie sitzen und wiederholen Sie die Messung nach einer Ruhepause. Sie können den Puls zusätzlich am Handgelenk fühlen. Die American Heart Association beschreibt dafür das Zählen der Schläge über 30 Sekunden und die Verdopplung des Ergebnisses. Fühlt sich der Rhythmus unregelmäßig an, zählen Sie eine volle Minute.
Eine Abweichung zwischen Handzählung und Geräteanzeige kann durch Bewegung, eine ungünstige Manschettenposition oder einen unregelmäßigen Rhythmus entstehen. Wiederholt sich das, notieren Sie beide Beobachtungen und besprechen Sie sie mit Ihrer Arztpraxis. Die Anzeige allein benennt keine Ursache.
Herzfrequenz im Tagebuch festhalten
Tragen Sie die Herzfrequenz in eine eigene Spalte neben den beiden Blutdruckwerten ein. Datum und Uhrzeit gehören dazu. Bei Schwindel, Schwäche, Herzstolpern oder einem Gefühl kurz vor der Ohnmacht ergänzen Sie eine Notiz.
Die Blutdrucktabelle zum Ausdrucken enthält eine Spalte für die Herzfrequenz. Der Blutdruck-Durchschnittsrechner mittelt zusätzlich zu den Blutdruckwerten auch die eingegebenen Herzfrequenzwerte.
BP Diary speichert die Herzfrequenz mit jeder Messung. Im PDF-Bericht erscheint sie zusammen mit Datum, Uhrzeit und Ihren Notizen.
Eine kurze Notiz reicht: „nach dem Arbeitsweg“, „zehn Minuten ruhig gesessen“ oder „Puls fühlte sich unregelmäßig an“. Solche Angaben erklären die Messsituation, ohne aus dem Wert bereits eine Diagnose abzuleiten. Löschen Sie einen ungewöhnlichen Wert nicht nur deshalb, weil die nächste Anzeige wieder im gewohnten Bereich liegt.
Wann Sie ärztlichen Rat brauchen
Sprechen Sie mit Ihrer Arztpraxis, wenn Ihr Ruhepuls wiederholt deutlich langsamer oder schneller ist als sonst, besonders bei Schwindel, Schwäche oder Beinahe-Ohnmacht. Bei plötzlich starken Beschwerden wie Brustschmerzen, Atemnot oder Bewusstlosigkeit rufen Sie den Rettungsdienst unter 112.
Ein Tagebuch hilft beim Gespräch, ersetzt aber weder ein EKG noch eine ärztliche Untersuchung.