Blutdrucktagebuch führen: Was gehört hinein?
Datum, Uhrzeit, beide Blutdruckwerte und Herzfrequenz gehören zu jeder Messung. Eine feste Routine macht aus einzelnen Zahlen einen Verlauf, den Ihre Arztpraxis einordnen kann.
Aktualisiert 3 Min. Lesezeit

Zu jeder Messung gehören Datum, Uhrzeit, der systolische und der diastolische Wert sowie die Herzfrequenz. Eine kurze Notiz hilft, wenn die Situation ungewöhnlich war. Wichtig ist nicht der schönste Einzelwert, sondern eine Messreihe unter möglichst gleichen Bedingungen.
Was Sie bei jeder Messung notieren
Eine Zeile im Tagebuch enthält:
- Datum und Uhrzeit
- systolischen Wert, also die erste Zahl
- diastolischen Wert, also die zweite Zahl
- Herzfrequenz oder Puls
- eine kurze Notiz, falls sie für die Einordnung wichtig sein könnte
Eine sinnvolle Notiz wäre etwa „direkt nach dem Spaziergang“, „schlecht geschlafen“ oder „Messung am rechten Arm“. Schreiben Sie nur auf, was später erklärt, warum diese Messung anders sein könnte.
So sieht eine Messwoche in Deutschland aus
Die Deutsche Hochdruckliga empfiehlt für ein Blutdrucktagebuch sieben Tage lang zwei Messungen am Morgen und zwei am Abend. Zwischen den beiden Messungen liegt mindestens eine Minute. Beide Werte werden dokumentiert.
Ihre Arztpraxis kann einen anderen Plan vorgeben. Halten Sie sich dann an diesen Plan. Messen Sie möglichst zu ähnlichen Uhrzeiten und unter denselben Bedingungen. So lässt sich der Verlauf besser vergleichen.
Muss der erste Tag weggelassen werden?
Nicht jede Leitlinie berechnet eine Messreihe auf dieselbe Weise. Die britische Leitlinie NICE NG136 lässt bei ihrem Verfahren den ersten Tag aus dem Durchschnitt heraus und mittelt die folgenden Tage. Das ist keine allgemeine Regel für jedes deutsche Blutdrucktagebuch.
Bewahren Sie deshalb alle Messungen auf. Wenn Ihre Arztpraxis oder ein bestimmtes Auswertungsverfahren den ersten Tag ausschließen möchte, kann das später geschehen. Im Blutdruck-Durchschnittsrechner lässt sich die NICE-Regel ausdrücklich auswählen.
Den Durchschnitt richtig lesen
Systolische und diastolische Werte werden getrennt gemittelt. Aus mehreren Messungen entsteht also wieder ein Zahlenpaar, zum Beispiel 132/82 mmHg.
Die von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie veröffentlichte ESC-Pocket-Leitlinie 2024 setzt die Bluthochdruckgrenze bei Heimmessungen bei 135/85 mmHg an. Der Durchschnitt ist trotzdem keine Diagnose und kein persönliches Behandlungsziel. Ihre Arztpraxis ordnet ihn zusammen mit Praxiswerten, Vorerkrankungen und weiteren Befunden ein.
Papier, Tabelle oder App
Für eine einzelne Messwoche reicht ein Blatt. Die Blutdrucktabelle zum Ausdrucken enthält Felder für Morgen- und Abendmessungen, Herzfrequenz und Notizen.
Eine Tabellenkalkulation eignet sich für längere Zeiträume, braucht aber saubere Spalten und Formeln. Achten Sie darauf, dass jeder Wert sein Datum und seine Uhrzeit behält.
BP Diary speichert Messwerte mit Datum, Uhrzeit und Notiz. Fotografieren Sie das Display Ihres Blutdruckmessgeräts und prüfen Sie die erkannten Zahlen oder geben Sie sie selbst ein. Für einen Arzttermin wählen Sie den gewünschten Zeitraum und erstellen einen PDF-Bericht mit Messwerten, Durchschnitt, Diagramm und Notizen.
Was Sie zum Arzttermin mitnehmen
Nehmen Sie das Tagebuch oder den PDF-Bericht mit. Der Patientenleitfaden der Deutschen Hochdruckliga empfiehlt außerdem, das eigene Blutdruckmessgerät einmal in die Praxis mitzubringen. So kann die Praxis prüfen, ob die Manschette passt und ob Sie das Gerät korrekt verwenden.
Schreiben Sie Fragen vor dem Termin auf. Zum Beispiel: Wie oft soll ich künftig messen? Welcher Durchschnitt ist für mich wichtig? Soll ich immer am selben Arm messen? Ein vollständiges Tagebuch liefert dafür die Grundlage, ersetzt aber nicht die ärztliche Einordnung.