Niedriger Blutdruck: Welche Werte und Beschwerden zählen?

Ein niedriger Wert allein ist häufig unproblematisch. Wichtiger ist, ob Schwindel, Benommenheit, Sehstörungen oder eine Ohnmacht dazukommen und in welcher Situation sie auftreten.

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Als grobe Orientierung gilt ein Blutdruck unter 90/60 mmHg als niedrig. Ob ein solcher Wert medizinisch wichtig ist, hängt vor allem von den Beschwerden und der persönlichen Situation ab. Notieren Sie deshalb nicht nur die Zahl, sondern auch, wie Sie sich gefühlt haben und was unmittelbar davor passiert ist.

Wann gilt Blutdruck als niedrig?

Der britische NHS und die American Heart Association verwenden weniger als 90/60 mmHg als Orientierung. Diese Zahl ist keine Diagnosegrenze, die für alle Menschen gleich bewertet wird.

Manche Menschen haben dauerhaft eher niedrige Werte und keine Beschwerden. Bei anderen tritt der Blutdruckabfall plötzlich auf oder hängt mit dem Aufstehen, einer Erkrankung oder Medikamenten zusammen. Deshalb ist der Kontext wichtiger als eine einzelne Zahl.

Niedriger Wert ohne Beschwerden

Ein einzelner niedriger Wert ohne Beschwerden ist meist kein Grund zur Sorge. Prüfen Sie zuerst, ob die Messung unter guten Bedingungen erfolgt ist: fünf Minuten Ruhe, passende Manschette, Arm auf Herzhöhe und keine Bewegung während der Messung.

Wiederholen Sie die Messung nach einer kurzen Pause. Bleibt der Wert niedrig, notieren Sie beide Ergebnisse. Ein Verlauf über mehrere Tage zeigt besser als eine einzelne Zeile, ob Ihre Werte tatsächlich niedriger geworden sind.

Vergleichen Sie dabei ähnliche Situationen miteinander. Ein Wert am frühen Morgen direkt nach dem Aufstehen lässt sich nur eingeschränkt mit einer Messung nach dem Mittagessen vergleichen. Verwenden Sie möglichst dasselbe Gerät, denselben Arm und dieselbe Körperposition. So bleibt im Tagebuch erkennbar, ob sich der Blutdruck verändert hat oder nur die Messbedingungen anders waren.

Diese Beschwerden gehören ins Tagebuch

Achten Sie besonders auf Schwindel, Benommenheit, verschwommenes Sehen, Schwäche und Ohnmacht. Setzen oder legen Sie sich hin, wenn Ihnen schwindelig wird. Versuchen Sie nicht, im Stehen noch schnell eine Messung zu erzwingen.

Notieren Sie den Zeitpunkt und die Situation. Ein Eintrag wie „86/54 mmHg, 7:40 Uhr, direkt nach dem Aufstehen, etwa eine Minute schwindelig“ ist für die Arztpraxis hilfreicher als der Messwert allein.

Schwindel beim Aufstehen

Fällt der Blutdruck nach dem Aufstehen deutlich ab, sprechen Fachleute von orthostatischer Hypotonie. Das deutsche Gesundheitsportal gesund.bund.de nennt Schwindel, Benommenheit, Sehstörungen und Ohnmacht als typische Beschwerden. Hinsetzen oder Hinlegen lindert sie häufig rasch.

Die hausärztliche Praxis ist in Deutschland die erste Anlaufstelle. Dort werden Blutdruck und Puls in verschiedenen Körperpositionen gemessen, unter anderem kurz nach dem Aufstehen. Bei Bedarf folgen weitere Untersuchungen.

Stehen Sie bis zum Termin langsam und schrittweise auf, besonders morgens. Wiederkehrende Ohnmacht erhöht das Sturzrisiko und sollte ärztlich abgeklärt werden.

Versuchen Sie nicht, einen Blutdruckabfall beim Aufstehen allein nachzustellen, wenn Sie dabei unsicher stehen oder schon gestürzt sind. Notieren Sie stattdessen, nach welcher Bewegung die Beschwerden begannen und wie lange sie anhielten. Die Praxis kann den Wechsel der Körperposition unter sicheren Bedingungen prüfen.

Was Sie für den Termin festhalten sollten

Schreiben Sie zu jeder auffälligen Situation auf:

  • Blutdruck und Herzfrequenz
  • Datum und Uhrzeit
  • Körperposition, etwa liegend, sitzend oder stehend
  • Beschwerden und ihre Dauer
  • besondere Umstände, etwa Hitze, Sport oder eine ausgelassene Mahlzeit

Die Blutdrucktabelle zum Ausdrucken hat eine Spalte für Notizen. Blutdrucktagebuch führen erklärt die vollständige Aufzeichnung.

BP Diary speichert eine Notiz zusammen mit der Messung und ihrer Uhrzeit. Im PDF-Bericht bleiben Wert und Beschwerde beieinander. Die App stellt keine Diagnose. Wiederkehrende Beschwerden oder Ohnmacht gehören in die Arztpraxis.

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